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Donnerstag, 29. Juli 2010

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Das Theater



Spielort:
Schlierseer Bauerntheater Xaver-Terofal-Platz 1
83727 Schliersee
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Anschrift:
Schlierseer Bauerntheater e.V.
Seestr. 4
83727 Schliersee


Fotos:
Ursula Gloor


Die Kurpfuscherin

von Hans Fitz

Bühnen- und Musikverlage Dr. Sikorski KG, Hamburg

Hier können Sie sich die Fotogalerie unserer Fotografin anschauen

Hier können Sie die Entstehung einer Kulisse verfolgen...

Artikel des Miesbacher Merkurs zur Premiere von "Die Kurpfuscherin"

Wir bedanken uns ganz herzlich für die freundliche Unterstützung bei

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Die Kurpfuscherin von Hans Fitz ist ein Volksstück um die bekannte „Wunderdoktorin“ Amalie Hohenester. Sie gehörte im Bayern des 19.Jahrhunderts wohl zu den schillernsten Persönlichkeiten. Noch nie hatte eine Frau aus dem Volke – schon zu Lebzeiten – für solche Schlagzeilen gesorgt wie sie.

Zur Person:
Die Bauerntochter Amalie Nonnenmacher wurde 1826 in Oberbayern geboren, hat sich jahrelang im In-und Ausland herumgetrieben und hatte auch zahlreiche Vorstrafen wegen Diebstahl und Landstreicherei. Ihre Mutter hat die Kranken aus der Umgebung kuriert und dabei immer ihre Tochter mitgenommen, die dadurch im Kindesalter schon Erfahrungen im Umgang mit Naturheilkräutern sammeln konnte. Sie selbst hat sich als Dienstmagd verdingt, u.a. bei der Gräfin Sandizell, die sie immer auf Reisen mitnahm. Nach ihrer Heirat mit dem Benedikt Hohenester begann sie in Deisenhofen als „Doktorbäuerin“ zu praktizieren. Sie muss dabei eine ungeheure Ausstrahlung und Willensstärke gehabt haben. Ihr Geltungsbedürfnis und ihre instinktive Kenntnis der Massenseele zwingen die Menschen in ihren Bann. Ihre Praxis floriert in der einfachen Bauernküche derartig, dass sie nach etlichen Jahren das Bad Mariabrunn bei Dachau kaufen kann, wo sich Fürsten, Millionäre und ganz berühmte Leute aus aller Welt die Klinke in die Hand geben. Selbst der berühmte Professor Pettenkofer ist von der Kurpfuscherin beeindruckt. Hoch angesehen ist sie 1878 gestorben und hat ein riesiges Vermögen hinterlassen, außerdem das Gut Mariabrunn, das sie zu einem Musterbetrieb ausgebaut hatte. Mariabrunn kam 1863, nachdem es die „Doktorbäuerin“ gekauft hatte, zu seinem größten Glanz. Ihre Diagnosen, woher immer sie diese auch nahm, verblüfften die Heilungssuchenden. Mit verschiedenen Teesorten, Kräutern, Bädern und kargem Essen erzielte sie viele Heilungen. In den damaligen Gästebüchern sind Adelige und sonstige prominente Leute aus ganz Europa verzeichnet, dem entsprechend vergrößerte sich auch ihr Besitz. Sie führte ein sehr strenges Regiment; der behördlich vorgeschriebene Badearzt spielte ebenso wie ihr Mann nur eine untergeordnete Rolle. Trotz ihrer Strenge war sie aber sehr sozial eingestellt. Es gab damals noch keine staatlichen Versorgungskassen. Wurde von ihren ca. 80 Angestellten jemand krank oder zu alt zum Arbeiten, so durfte er in Mariabrunn bleiben und wurde versorgt. Ein großes Bild in der Gastwirtschaft in Mariabrunn gibt heute noch Zeugnis von dieser erfolgreichen, aber auch etwas geheimnisumwitterten Frau. Bald nach ihrem plötzlichen Herztod im Jahre 1878 ging es mit der Anziehungskraft von "Bad Mariabrunn" und damit auch wirtschaftlich steil abwärts. Nach etlichen Jahren wurde Mariabrunn versteigert.

Zum Inhalt:
 Die Kurpfuscherei war zu der damaligen Zeit ohne ärztliche Ausbildung verboten. Der § 112 des bayrischen Polizeistrafgesetzbuches stellt jegliche Kurpfuscherei unter Strafe. Darum schert sich die Hohenester einen Dreck und so kommt es wie es kommen muss: die hohe Behörde wird aufmerksam auf die „ärztliche“ Tätigkeit von Amalie, weil der Dr. Hierl, der seine eigene Patientenschar dahinschwinden sieht, sie wegen Kurpfuscherei anzeigt. Dank der prominenten Gönner und Verehrer der Amalie Hohenester kann sich die „Doktorbäuerin“ immer wieder dem Gericht entziehen. Erst wegen eines medizinischen Fehlers kann sie angeklagt und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden.

Personen und ihre Darsteller:

Bernhardine von Reitzenberg, kgl. Hofdame Brigitte Engelhard
Graf Rambaldi, ihr Vetter, kgl. bayr. Oberregierungsrat Johannes Wegmann
Ritter v. Grundner, Bezirksamtmann Girgl Floßmann
Dr. Mais, Bezirksamtsassesor Florian Reinthaler
Charlotte, seine Frau Carolin Schmid
Dr. Martin, Gerichtsarzt Kaspar Hirtreiter
Dr. Hierl, praktischer Arzt in Deisenhofen Florian Huber
Illing, städtischer Revisor Wolfgang Geratsdorfer
Wenglein, Schreiber im Bezirksamt Schorsch Kaltner
Benedikt Hohenester, Bauer und Rosshändler Hans Schrädler
Amalie Hohenester, genannt die "Doktorbäuerin" Elisabeth Oberhorner
Frau Durschädl, Antiquitätenhändlerin Walburg Roth
Frau Mittelberger, einer Arbeitersfrau Mirl Weiher-Forsthuber
Schmidt, Landgendarm Franz Leitner
Luise, Zofe bei der Baronin Brigitte Knott
Abenthum, alter Mann Schorsch Attlfellner
Ein Schlierseer Martin Hirtreiter
Reserl, ein Mädchen Maria Hirtreiter
Polizist Dieter Gawer
   

Regie: Elisabeth Oberhorner